www.tiere-im-garten.de

 

 

 

 

Tagebuch 2002

 

1.Halbjahr

 

 

 

 

1. Januar

An der Linde vorm Haus interessiert sich, übrigens wie in jedem Jahr um diese Zeit, ein Blaumeisen-Pärchen für die Nistkanne.

 

 

 

3.Januar

Wir haben heute eine interessante Beobachtung gemacht. Spatzen und Rotkehlchen versuchten, aus einer zugefrorenen flachen Vogeltränke zu trinken. Daraufhin entfernten wir das Eis und füllten die Tränke neu mit Wasser. Kaum waren wir damit fertig, flog ein Schwarm Spatzen heran, trank und badete munter trotz Schnee und Kälte. Als die Sperlinge davon geschwirrt waren, vergnügte sich auch das Rotkehlchen. Offensichtlich benötigen einige Vogelarten auch im Winter Trink- und Bademöglichkeiten.

 

 

 

17.Januar

Heute gegen Mittag lag vor unserem Küchenfenster in der Kälte auf dem Rücken eine ausgewachsene Amsel. Sie zitterte, ein Zeichen, dass sie noch lebte. Wie es zu diesem Debakel gekommen ist, blieb uns unbekannt. Wir hoben sie vorsichtig auf, betteten sie eingehüllt in zwei Tücher und brachten sie auf unseren, bereits früher einmal erwähnten „Monet-Heuhaufen“. Sie konnte sich vorerst nicht auf den Füßen halten. Die Tücher und die Mittagssonne erwärmten sie, so dass sie nach etwa zwei Stunden wieder an Kraft gewann und, als wir sie weiter betreuen wollten, auf und davon flog. Wir sind gespannt, ob wir sie in den nächsten Tagen am Futterhäuschen gesund und munter wieder sehen werden.

 

Das Foto vom Ereignis

  

20. Januar

Sonnenschein und Tauwetter. In den letzten Tagen hatte ich wegen Frost fast jeden Tag ein Loch in das Eis auf unserem Teichbecken gebohrt, um den Druck abzulassen, der durch die Eisbildung entsteht. Heute ist das nicht nötig. Am Rande der Becken ist das Eis geschmolzen. Überall Pfützen im Garten, in einer baden die Sperlinge mit Vergnügen. Die Vögel zwitschern, als sei Frühling.

 

 

 

22.Januar

Bisher größte Katastrophe. Bitter trauriger Tag. Unterm Eis entdecken wir drei tote Koi. So verheerend war noch kein Winter, dabei haben wir erst Januar. Wir sind geschockt. Irgendetwas machen wir falsch.

 

 

 

 

23.Januar

Trauerarbeit. Endlich gelingt es, unter der 15cm dicken Eisdecke an die toten Fische heranzukommen und sie herauszuholen. Vier Koi tot, unsere schönsten Exemplare, jeder etwa 35cm lang. Da sinkt die Lust auf null. Nicht einmal viel Neigung nachzudenken, woran es denn gelegen haben könnte. Gewiss, der Winter war offenbar strenger als empfunden, jedenfalls das Eis viel dicker als vermutet. Es sieht so aus, als habe Sauerstoff gefehlt. Wir haben in der letzten Zeit nicht genug Initiative entwickelt, um den Fischen Sauerstoff zuzuführen. Bemerkenswert ist, dass bis jetzt alle kleinen und auch die mittelgroßen Fische überlebt haben. Schon überlegen wir, ob wir nicht doch den elektrischen Eisfreihalter wieder in Gang bringen sollten. Wir hatten ihn wegen des starken Motorgeräusches im Wasser ausgemustert.

 

 

 

 

26.Januar

Unter der Eisdecke ist heute ein auf dem Rücken liegender großer Frosch zu sehen mit einer weißen, schwarz gemusterten Bauchseite. Er streckt die Beine von sich, hat einen dicken, runden Bauch. Es ist nicht auszumachen, ob er sich in Winterstarre befindet oder gar verstorben ist. Woran liegt es, dass er plötzlich auftaucht?

 

 

 

 

27.Januar

Über Nacht ist das Eis endlich so weit abgetaut, dass wir an den Frosch herankommen. Es ist der Teichfrosch „Rambo“. Er ist tot, wahrscheinlich vom Alter dahingerafft. Das wäre noch die günstigste Variante des Sterbens in diesem Winter in unseren Teichbecken.

 

 

 

 

18. Februar

Hinter dem Haus fanden wir heute verstreut auf etwa einem halben Quadratmeter eine Menge kleine blaue Federn. Sollte der Fuchs hier eine Mahlzeit eingenommen haben? Sinnigerweise entdeckten wir unmittelbar daneben einen stattlicher Haufen Kot, der weder nach Katze aussah noch roch.

 

 

 

 

24. Februar

Zum wiederholten Male besucht ein Kernbeißer unser Futterhaus. Schön, dass es solch prächtigen Vogel in der Region noch gibt. Wenn er auftaucht, fliegt zwar die Amsel auch an, etwa aufs Dach vom Futterhaus, bleibt aber respektvoll zurückhaltend, was das Futtern betrifft.

 

 

 

 

27. Februar

 

 

Seit einigen Tagen hält sich ein Dompfaffen-Pärchen in der Nähe unserer Futterhäuschen auf. Da wir diese Vogelart in der Regel nur im Frühjahr bei uns beobachten, nehmen wir an, dass sich unser Pärchen auf der Durchreise befindet, sich bei uns sättigt und Kraft für den Weiterflug sammelt.

 

 

 

 

28. Februar

Zu unserer Überraschung entdeckten wir beim Frühstück an der Nistkanne für die Stare einen Vorboten. Er besichtigte ausgiebig Kanne und Umfeld und verschwand. Ob er wohl wiederkommt?

 

 

 

 

1. März

Kaum haben sich frühlingshafte Temperaturen angekündigt, ist der in der Nähe ansässige Eichkater wieder häufig in unserer Linde vor dem Haus zu sehen. Emsig schält er dünne Äste ab, wickelt geschickt den dabei entstehenden Bast zu einem Knäuel zusammen und transportiert diesen dann offensichtlich in seinen Kobel, den er in hohen Baumwipfeln so versteckt, dass wir ihn selbst mit größter Mühe nicht ausfindig machen können.

 

 

 

 

2. März

Leider fliegen ab und zu Vögel an unsere Fenster. Im schlimmsten Fall verletzen sie sich dabei tödlich. In der Regel sind sie nur geschockt, sitzen dann eine zeitlang auf dem Boden und fliegen, wenn sie sich erholt haben, auf und davon. Heute passierte dies einem kleinen Erlenzeisig. Wir nutzten seine Benommenheit aus, um ihn zu fotografieren.

 

 

 

 

9. März

Früh am Morgen zog ein Graureiher hoch über die Kiefern hinweg. Interessiert er sich für unsere Fische?

 

 

 

 

10. März

 

 

Heute hantierte ein Schwarzspecht an einer Kiefer im Waldrevier unserem Garten gegenüber.

 

 

 

 

11. März

 

Gegen neun Uhr besichtigten zwei Stare die Starkanne, vermutlich Mann mit Weib, jedenfalls hatte der eine im morgendlichen Sonnenlicht ein total silbernes Outfit.

 

 

Bei frühlingshaftem Wetter flatterte am Vormittag der erste Zitronenfalter vorüber. Und oben in den Lüften war ein schöner großer Vogelzug im Flug gen Osten zu beobachten.

 

 

 

 

23. März

Das anhaltend unbestimmte und kalte Wetter mit unfreundlichen Temperaturen hält zumindest die größeren Vögel nicht davon ab, Nester zu bauen. So begnügen sich beispielsweise die Eichelhäher nicht mit am Boden liegenden kleinen Ästen für ihre Brutstätten, sondern sie bemühen sich intensiv, oft jedoch mit wenig Erfolg, frisches Geäst von den Fliedersträuchern zu brechen. Warum gerade davon, ist uns schleierhaft. Wir beobachten dies jedoch schon seit Jahren.

Die Amseln hingegen scheinen Nestbau erst einmal zu üben: An verschiedenen Stellen in Sträuchern und Bäumen kann man ihre angefangenen und nicht vollendeten Bemühungen beobachten.

 

 

 

 

27. März

Das Fischsterben dieses Winters beschäftigt uns sehr. Was hatte es für eine Ursache? Wir haben uns mit einem Zoologen unterhalten. Von ihm kam ein Hinweis, der uns schlüssig scheint. Er sagte, was wir an sich ja auch schon wussten, dass die Fische im Winter ihre Ruhe brauchen. Werden sie aufgestört, kommen sie hoch unters Eis und frieren unter Umständen ein. Eben dies ist offenbar geschehen. Denn in diesem Winter wurde mehrere Wochen lang auf der Straße vor unserem Eck-Grundstück für eine Abwasserleitung gebaggert, dann der Boden festgerammt und schließlich die Pflastersteine mit einer Ramme wieder festgeklopft. Diese wochenlange ständige enorme Erschütterung des Bodens (Höhepunkt das Abwerfen von Betonplatten gegenüber im Wald, was wie ein Erdbeben den Grund beben ließ) hat die Fische offenbar so aufgestört, dass sie unters Eis zogen und dort verendeten.

 

 

 

 

29. März

 

Bei strahlendem Sonnenschein zum Karfreitag nach langer Schlechtwetter-Lage wagte sich ein erster Frosch aus den Tiefen des Teiches. Er nahm, wie es für Teichfrösche üblich ist, ein ausgiebiges Sonnenbad.

Auch die Fische haben sich längere Zeit an der Wasseroberfläche aufgehalten, kamen an den Teichrand und futterten ein paar Sticks.

 

 

 

 

3o. März

 

Nochmals strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen bei ca. 16 Grad Wärme. Zu unserer Freude tauchte ein weiterer, etwas kleinerer Teichfrosch als der vorherige im Wasser auf. Wir hoffen, dass sie Männlein und Weiblein sind.

Inzwischen nisten in unserem Garten: ein Blaumeisenpärchen, zwei Amsel-Paare und Stare. Hoch oben in einer unserer Pappeln scheinen sich Finken einquartiert zu haben.

Angelockt von den Frühjahrs Blühern schwirrten bereits einige Schmetterlinge durch unseren Garten: Zitronenfalter, Tagpfauenauge, C-Falter.

 

C-Falter

 

 

2. April

 

Der kleinere Teichfrosch, der sich eingefunden hat, bekam heute zwei Regenwürmer, die er dankbar annahm und verspeiste. Am Nachmittag quakte er verhalten, aber immerhin. Der große Teichfrosch wurde vernachlässigt, weil unverhoffter Besuch uns ablenkte.

Im Froschpfuhl entdeckten wir einen mittelgroßen Moorfrosch

 

 

 

 

8. April

 

Es muss einmal ein Lob auf die fleißigen und nützlichen Hummeln ausgesprochen werden. Seit Tagen ist ein für die Jahreszeit viel zu kaltes Wetter, sogar mit Nachtfrösten. Dennoch stehen einige Bäume ( z.B. Zwetschken ) und Sträucher ( Schwarze Johannisbeere ) schon in Blüte. Kommt man in ihre Nähe, kann man die unermüdliche Tätigkeit der Hummeln hören und sehen. Sie lassen sich nicht von den Unbilden des Wetters beeinflussen, sammeln den Nektar und bestäuben dabei die Blüten. Alle anderen Insekten benötigen dazu günstigere Wettervoraussetzungen, sind daher noch nicht aktiv.

 

 

 

 

14. April

 

Heute hatten wir endlich wieder einmal eine westliche Luftströmung (Von uns deutlich daran zu erkennen, dass die in Tegel landenden Flugzeuge über uns hinwegfliegen.) Das brachte zwar im Moment kaum mildere Luft, aber die Tiere, zumindest die Vögel, schienen trotzdem genau zu spüren, dass der Frühling nicht aufzuhalten ist. Jedenfalls entfalteten sie rege „Nest-Aktivität“. Der Star packte einen vertrockneten Halm und schleppte ihn hoch in seine Nistkanne. Ein Eichelhäher wollte sich ein Ästchen vom Fliederbusch holen, hatte aber nicht genug Geschick. Die Amsel baute mit Hochdruck an ihrem wohl nun dritten Nest, das sie in einer Astgabel einer Pappel anlegt. Als der Amselhahn prüfte und auch darin herumwirtschaftete, vertrieb sie ihn mit einem Bündel trockener Blätter im Schnabel. Und in einer unserer Fichten schienen zwei Ringeltauben einen möglichen Nestplatz zu sondieren.

 

 

 

 

15. April

 

Neugierig und wahrscheinlich auf Futtersuche streifte der Graureiher über unseren Garten. Ein dringendes Signal, unsere Draht-Schutzgeflechte über den Teichbecken auszubessern.

Der neue Nistplatz des Amsel-Pärchens ist kaum vier Meter von der Starkanne entfernt. Nach unseren Erfahrungen ist es ungewöhnlich, dass beide Vogelarten so nahe beieinander brüten. Eben beobachteten wir, wie Amsel- und Starhahn gemeinsam einen Eichelhäher vertrieben. Wir sind gespannt, ob diese Vogel-Koalition von langer Dauer sein wird.

 

 

 

 

18. April

 

Ein wichtiger Biotop im Garten ist der Komposthaufen. Er dient jedoch bei weitem nicht nur der Verbesserung der Gartenerde, sondern ist gleichzeitig ein Aufenthaltsort für eine große Anzahl von Lebewesen. Die Auffälligsten und Geläufigsten unter ihnen sind Regenwürmer, aber es gibt bei genauer Beobachtung noch viel mehr Getier. Heute z.B. räkelte sich im warmen Sonnenschein ein Dungkäfer, auffallend durch seine schwarze Farbe, seine gezackten Beine und seinen flachen Kopf. Er war mit Sicherheit erstmalig aus der wärmenden Komposterde an die Oberfläche gekommen.

 

 

 

 

19. April

 

 

Die genaue Bestimmung der Tiere im Garten (beispielsweise der Insekten) ist oft schwierig. Den Dungkäfer von gestern haben wir heute noch einmal unter die Lupe genommen, bevor wir ihm seine Freiheit wieder gegeben haben. Dabei stellten wir fest, dass es sich wohl eher um einen großen Mistkäfer handelte. Er hatte auf dem Rücken zwischen den Flügeln eine Dreieck-Markierung sowie einen schmaleren Kopf und eine etwas andere Fühler-Disposition als der Dungkäfer. Außerdem hatte er eine Größe von fast zwei Zentimetern, während der Dungkäfer maximal 1,3 Zentimeter lang wird.

 

 

 

 

23. April

 

Das Blühen der Bäume und Sträucher und eine warme Witterung führen zum Erscheinen zahlreicher Insekten: nützlicher und unnutzer. Umfangreich ist die Gattung der Wanzen. Zu ihr gehört die Feuerwanze (auch Feuerkäfer genannt). Wir haben bislang nicht festgestellt, dass sie an Samen oder Pflanzen Schaden anrichtet. Aber sie ist einfach lästig. Sie tritt meist in großen Gruppen an den Füßen von Bäumen, an Wänden oder auf Hausumrandungen auf, und das von März bis Oktober.

 

 

Ein ganz anderes Kaliber ist die Gemeine Stinkwanze, die eine Art Schild als Panzer auf dem Rücken hat. Sie verbreitet – wie übrigens auch die Braune Beerenwanze – einen widerlichen Geruch. Beide verderben durch ihren Gestank z.B. unsere Himbeeren, sobald sie sich auf ihnen niederlassen.

 

 

 

 

24. April

 

Am frühen Morgen konnten wir zwei Ereignisse in der Vogelwelt beobachten. Eine Elster versuchte in diebischer Absicht an das Amselnest heranzukommen, das sich in einer Astgabelung eines Pappelstammes befindet. Unter lautem Vogelgeschrei gingen ihr beide Amseln, die daneben wohnenden beiden Stare und sogar das kleine Blaumeisenpärchen an den Kragen und vertrieben sie gemeinsam.

Dann ereignete sich etwas, das wir in jedem Jahr um diese Zeit erwarten. Der Trauerschnäpper ist angekommen. Er inspizierte vorsichtig den Nistkasten der Blaumeisen und stellte offensichtlich fest, dass er hier zu spät gekommen ist. Aber im Garten befinden sich noch unbenutzte Unterkünfte für ihn. Wir sind gespannt, ob er davon Gebrauch macht.

 

 

 

 

26. April

 

Der Zeisig (Erlenzeisig) war im Winter an unseren Futterhäuschen zu beobachten. Da hinterließ er den Eindruck, ein Einzelgänger zu sein. Allenfalls Hahn und Henne konnte man unterscheiden, besitzt doch der Hahn eine Art Käppi (dunkel) auf dem Kopf. Er scheint sich inzwischen mit seinen Artgenossen zusammengetan zu haben. Vor einigen Tagen zeigten sich mehrere Male Zeisig-Schwärme (je etwa 20 bis 60 Vögel) in unserem Garten. Wohin werden sie letztendlich gezogen sein?

 

 

 

 

27. April

 

 

Heute Nacht hörten wir mit Freude einen Teichfrosch quaken. Das ist in diesem Jahr deshalb so erfreulich, weil wir im Winter arge Verluste hinnehmen mussten.

 

 

Uns zum Trost halten sich zwei Moorfrösche in unserem Froschpfuhl auf, die allerdings still vor sich hin schweigen.

 

 

 

 

28. April

 

Das ist der Teichfrosch, der vorige Nacht sein Konzert gegeben hat. Auch am Tage meldete er sich lautstark.

 

 

 

 

 

1. Mai

 

 

Beim Unkrautjäten fand ich eine kleine Kugel. Sie sah aus wie eine dunkle Perle. Plötzlich bewegte sie sich, streckte sich und zeigte Fühler und insgesamt 14 Beine.

 

 

 Es war eine bei uns nicht sehr häufige Kugelassel. Was doch die Natur für wundersame Dinge hervorbringt.

 

 

 

 

 

6. Mai

 

Eine Premiere besonderer Art! Wir stellen ab heute gelegentlich Filmchen, Movies genannt, auf unsere Homepage. Wir beginnen mit unserem quakenden Teichfrosch. Klicken Sie hier. Aber haben Sie bitte Geduld! Der Media Player braucht etwa eine Minute, um das Filmchen zu laden, und dann ist der erste Durchlauf  -  bitte wieder Geduld!  -  noch stockend und ungenau. Doch dann, beim zweiten Durchlauf, ist es das reine Vergnügen!

 

 

 

 

8. Mai

 

Im Winter sind einige Teichfrösche verstorben, so dass letztlich nur zwei übrig geblieben sind. Diese beiden haben das Teichrevier unter sich aufgeteilt. Einer residiert diesseits, der andere jenseits der Brücke. In einer Sache scheinen sie sich einig zu sein. Fremdlinge verdrängen sie. Heute ist zum Beispiel eine Erdkröte im Wasser aufgetaucht, die alsbald attackiert wurde und leider wieder verschwand.

 

 

 

9. Mai

 

Heute eine gefährliche Situation am Teich. Als wir mittags arglos an der Tür standen, gewahrten wir mit Schrecken einen Graureiher, der gemütlich um den Teich spazierte und die Lage und mögliche Beute sondierte. Was tun? Wegjagen oder fotografieren? Er war so anständig, ließ unsere Frösche und Fische in Ruhe und flog zum Fototermin auf eine naheliegende Kiefer.

 

 

 

11. Mai

 

In der Frühe wurden wir auf das Gequake im Fisch- und Froschteich aufmerksam. Bei den Teichfröschen gab es nicht mehr das seit Tagen übliche Quak-Duo, sondern zu unserer freudigen Überraschung ein Trio. Zu den hohen Tönen des Duos hatte sich ein tiefes Quap-Quap gesellt. Sind es nun alle drei Frosch-Männer oder haben sie ein Weibchen angelockt? Man wird sehen.

 

 

 

16. Mai

 

Wenn der Star seinen Nachwuchs so füttert, nämlich von außen, zeigt das auch den hungrigen Feinden, dass die Kleinen da drinnen fast flügge und also appetitlich sind.

 

 

Höchste Gefahr! Weil nämlich die Jungtiere auch den anfliegenden Feind für Vater oder Mutter halten, sich hochrecken und leicht gepackt und aus dem Loch gezerrt werden können. Schon scheint sich die Zahl der Stimmen da drinnen reduziert zu haben.

 

 

 

 

 23. Mai

 

Seit heute früh sind wieder vier Teichfrösche in unserem Fischteich. Sie benehmen sich wie Wrestling-Ringer, jeder beansprucht den Platz, den gerade ein anderer innehat. Sie springen aufeinander und machen dabei ein höllisches Quak-Spektakel (siehe Movieclips). Uns macht es Freude ihnen zuzuhören und zu schauen.

Ganz im Gegensatz dazu ist das Benehmen zweier Moorfrösche. Sie sitzen seit Tagen eng beieinander in einer Kute des Teichufers völlig unbeeinflusst vom Spektakel der Teichfrösche.

 

 

 

 24. Mai

 

Regengüsse animieren Frösche ihre Aufenthaltsorte zu wechseln. Dies betrifft auch die Teichfrösche. Immer wenn es regnet, sind wir gespannt, wen die Wanderlust gepackt hat und wer von unseren Lieblingen uns die Treue hält. Der Regenguss der vergangenen Nacht hat zu unserer Freude aber keine Verluste, sondern zwei Neuzugänge gebracht: große dicke fette Teichfrösche. Wird dies das Liebesleben der Froschgemeinde beflügeln?

 

 

 

 25. Mai

 

Betrifft Schnecken: Eigentlich sind uns alle Tiere im Garten lieb. Aber wenn diese überhand nehmen und Schaden anrichten, wird es kritisch. In diesem Jahr gibt es bei uns eine Schneckenplage. Garten-Fachleute empfehlen Bierfallen. Diese haben wir an neuralgischen Punkten aufgestellt. Leider mussten wir feststellen, dass die Fallen zwar funktionieren, aber auch die Pflanzen abgefressen sind. Das Dilemma: Zuerst fressen die Schnecken und dann saufen sie. Wie sollte es auch anders sein!

 

 

 

 

 27. Mai

 

 

Beide Neuankömmlinge des 24. Mai heute Vormittag einträchtig beisammen im Froschpfuhl. Am frühen Nachmittag wechselte einer der kapitalen Teichfrösche hinüber zu den Teichbecken, aber keines der fünf inzwischen dort residierenden Männchen wurde mobil. Vorausgesetzt, dass wir das richtig einschätzen, dass es sich bei den fünf Kleinen um Männchen und bei den zwei Grossen um Weibchen handelt.

 

 

 

6. Juni

 

Das Verhalten unserer Teichfrösche ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Die Ursachen sind für uns rätselhaft. Es kann daran liegen, dass sich in jedem Jahr neben dem Stammpublikum auch Neuzugänge einfinden. Im vorigen Jahr saßen die Frösche mit Vorliebe sehr vertraut eng beieinander. Nur der im Winter gestorbene Rambo war ein Einzelgänger, der sehr energisch das von ihm errungene Terrain verteidigte. In diesem Jahr dagegen gab es von Anfang an eine strikte Revieraufteilung. Sieben Frösche – sieben Reviere, die teilweise mit lautem Getöse, sprich Gequake und kämpferischen Auseinandersetzungen, verteidigt werden (siehe Movieclips). Es geht aber offenbar auch um die beiden Fröschinnen (siehe 27.Mai).

 

 

 

 8. Juni

 

Bei unserem morgendlichen Spaziergang durch den Garten entdeckten wir am Rande eines Pflanzendickichts, zwischen Fischteich und Froschpfuhl, einen Huckepack (siehe Foto). Ein großes Teichfroschweibchen trug ein kleines Männchen auf den Rücken. Wenig später „amüsierten“ sich beide im Pfuhl. Sie trennten sich. Eine Stunde später hockten sie wieder vereint im Fischteich. Laich konnten wir bislang nirgends sehen.

 

 

 

 9. Juni

 

Eichhörnchen Mutter und Kind streiften heute auf Nahrungssuche durch unseren Garten. Sie bevorzugten selbstverständlich die Bäume. Da die Nüsse noch längst nicht reif sind, begnügten sie sich mit den Kienäpfeln der Kiefern. Während sich die Mutter abseits aufhielt, präsentierte sich das Junge wie ein Shooting-Star.

 

 

 

 

 

 10. Juni

 

Unübersehbar an mehreren Stellen in den Teichen: Froschlaich!

 

 

 

 

17. Juni

 

Das Laichgeschäft bei unseren Teichfröschen scheint abgeschlossen zu sein. Die Aggressivität unter den Fröschen hat nachgelassen, gemütliches Beisammensein ist angesagt.

 

 

 

18. Juni

 

Wir haben uns vorgenommen, die Entwicklung von Kaulquappen zu Fröschen festzuhalten. Hoffentlich gelingt dies! Da wir zwei Arten von Fröschen in diesem Jahr in unserem Teich beobachteten, kann es sich bei der hier vorgestellten Kaulquappe um einen Moor- oder einen Teichfrosch handeln. Das vergrößerte Foto zeigt eine etwa eine Woche alte Quappe. Zum Größenvergleich daneben eine ca. 5 mm große Teichlinse.

 

 

 

22. Juni

 

Ein Gartenteich ist ein bewunderungswürdiger kleiner Biotop. Immer wieder kann man - nimmt man sich die Zeit - neben den Fischen und Fröschen unzählige kleine Lebewesen entdecken. Heute beobachteten wir eine Libellenlarve. Sie ist wahrhaftig keine Schönheit, aber in einiger Zeit wird sie sich an einem Blüten- oder Pflanzenstängel als wunderschöne Libelle zeigen.

 

 

 

 

28. Juni

 

 

Pünktlich zur Jahreszeit: ein Junikäfer.

 

 

 

 

 

Zurück zum Tagebuch 2001, 2. Halbjahr

Weiter zum Tagebuch 2002, 2.Halbjahr

Zurück zur Startseite