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Gelbrandkäfer

 

Geldbrandkäfer sind streng geschützt. Nach unseren Beobachtungen sind Gelbrandkäfer durchaus so etwas wie ein Gesundheits-Dienst unter Wasser, besser umschrieben vielleicht mit Hygiene-Dienst. An toten Tieren am Grund, etwa an einem toten Fisch, kann man sie unter Umständen beobachten.

Wie auch immer: Wie umgehen mit den Käfern, wenn sie  -  wie es scheint  -  zu zahlreich auftreten?

 

 

Im Sommer 2002 bekamen wir eine E-Mail von einer verzweifelten Gartenteich-Besitzerin. Sie schrieb:

 

 

Hallo Gartenteichfreunde, suche dringend Hilfe.

Habe seit vier Jahren einen Foliengartenteich und auch erfolgreich Goldfische darin. Seit ungefähr einem Jahr bemerke ich, dass die Fische plötzlich angefressen sind und später verenden. Immer wieder habe ich es mit Nachkauf versucht und es klappt einfach nicht. Beim letzten Kauf dauerte es nur einen Tag, der erste Fisch war angefressen und tot. Vor vier Tagen sah ich einen gar nicht so kleinen Fisch ohne Obermaul, also abgefressen. Gestern trieb er zwischen den Seerosen an der Oberfläche tot. Und ich traute meinen Augen nicht, er war dicht umgeben von Gelbrandkäfern. Als er mit dem Käscher geborgen wurde, zählten wir 17 mittelgroße und einen großen Gelbrandkäfer. In diesem Jahr haben wir schon über hundert dieser Käfer gefangen.

Was können wir dagegen unternehmen? Gern hätten wir auch Fische im Teich, aber wir wissen uns nicht gegen die Käfer zu schützen und geben jetzt schweren Herzens auf.

Bitte wenn Ihr Rat wisst, schickt eine Mail.

Ich wünsche Euch weiter viel Freude und Erfolg in der Natur.

 

Elvira...

 

 

Unsere Antwort war: Hilflosigkeit. Wir wussten keinen besseren Rat als den, alle Käfer heraus zu fangen. Aber wie schafft man das?

Danach erreichte uns eine weitere Mail, die wir im Auszug hier einfügen:

 

Hallo Gerhard,

leider gibt es nicht viel Hoffnung auf eine Besserung des jetzigen Zustandes. Jeden Tag sehe ich viele mittelgroße Gelbrandkäfer, besonders wenn ich die Fische füttere. Es sind nur noch zwei von den zuletzt gekauften vier Goldfischen und zwei kleine Schwarze aus der Nachzucht der großen Goldfische. Noch sind sie nicht angefressen.

Die großen Goldfische waren ungefähr schon 15 cm - 20 cm groß und waren dann plötzlich angefressen. Der eine hat lange Zeit mit großen Löchern an den Bauchseiten gelebt, ist dann aber doch verendet. Es waren elf schon etwas größere Goldfische und dann immer wieder nachgekaufte kleinere Fische. Ich habe nicht mehr die genaue Zahl.

Wie es so auf dem Dorf ist, sind einige Tümpel in der Umgebung und so kann es schon mit dem Zuflug klappen.

Wir werden nun keine Fische mehr zukaufen, wir möchten sie ja auch behalten und wünschen uns, dass es ihnen gut geht.

Wenn Ihr meinen Bericht für Eure Homepage nutzen wollt, habe ich nichts dagegen, möchte aber nicht die Veröffentlichung meiner E-Mail-Adresse. Wenn jemand Rat weiß, kann er ja über Euch Kontakt aufnehmen. Ich bin nämlich nicht so ein Computerfrick.

Beste Grüße und danke für den Kontakt

 

Elvira...

 

 

Wir sind auf die Idee gekommen zu raten, erst einmal ein Netz über den Teich zu spannen, sofern das dessen Größe zulässt. Die Gelbrandkäfer fliegen ja nicht zu jeder Jahreszeit. Aber was tun, wenn der Befall in einem Teich so arg ist wie bei Elvira? Zumindest scheint fest zu stehen, und deshalb die Veröffentlichung der Mails, dass Gelbrandkäfer, so sie in großer Zahl auftreten, eine echte Gefahr für Fische im Gartenteich darstellen können.

 

Im Sommer 2003 erfuhren wir von Elvira, wie sich die „Gelbrandkäfer-Frage“ bei ihr entwickelt hat. Hier ein Auszug ihrer Mail:

 

Hallo Gerhard !

Muss mich doch mal wieder melden. Also das vorige Jahr war ein trauriges zum Thema Teich. So viele Gelbrandkäfer kann man sich nicht vorstellen. Es waren weit über 120 gefangene Käfer und damit verbunden auch etlicher Abgang bei den Fischen...

Nach dem langen kalten Winter war das Tauwetter im Teich auch kein schöner Anblick. Die übrigen Fische hatten es ganz gut überstanden, aber die Frösche leider nicht. Auch hier waren es weit über Hundert, die nach einander an die Oberfläche kamen, und dementsprechend stank auch das Wasser. Die Wasserqualität kippte von einem Tag auf den anderen in einen ganz schlechten Zustand. Da entschieden wir uns zum Kauf eines Schlammsaugers.... Es war eine furchtbare Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Dabei haben wir auch noch etliche Gelbrandkäfer gefangen.

Die Gelbrandkäfer halten sich in diesem Jahr in Grenzen und Frösche sind gar keine mehr. Schade, aber man kann nicht alles haben.

Eure Seiten sind sehr schön zu lesen. Wir sind auch sehr naturverbunden und freuen uns über jedes Tier und jede Pflanze, wenn es gut gedeiht

Bis zum nächsten Mal

Herzlichst Elvira

 

Im Spätsommer 2003 schickte uns Elvira diese Botschaft:

 

Hallo Gerhard ,

bin wieder mal auf Euren Seiten gewesen und da ich so glücklich über Nachwuchs im Teich bin, berichte ich es gleich.

Also, bis jetzt ist das Jahr nicht so traurig.

Wie berichtet hatten wir den Teich im Frühjahr gesäubert und dann einige neue Fische dazu gekauft. Wir haben insgesamt 20 Fische, und sie gedeihen prächtig. Da immer zwei ungefähr gleich groß und gleich farbig sind, können wir beim Füttern die Anzahl und den Zustand gut kontrollieren. 

Mit den Gelbrandkäfern hält es sich in Grenzen. Es sind immer wieder mal einige da, aber mit einem Käscher wird jetzt jeder Käfer gefangen und nicht mehr geschont. Es ist schade, aber es hilft nichts. 

Seit gestern beobachten wir nun zwei ganz kleine schwarze Fische. Ob sie wohl auch bunt werden???

Wir haben uns sehr viel Arbeit mit dem Teich gemacht, aber ich glaube, es lohnt sich. Das Wasser ist schön klar (mal mehr, mal weniger) und so können wir alles beobachten. Im Frühjahr, nach dem Säubern, habe ich Wasserpest rein geschmissen und die ist sehr gewachsen. Dann ist nur noch eine Seerose drin, ein Filter und durch einen Plastestein ein Wasserlauf angelegt. Am Wasserrand habe ich einige Schilfarten in Körbe gepflanzt und die halte ich in Grenzen. Dann ist der Teich auch nicht ganz der Sonne ausgesetzt, eine riesige Scheinquitte und ein Schneeball spenden am Nachmittag Schatten. Nur die Blüten und Blätter sind eine Plage. Die Algen hielten sich auch in Grenzen und so haben wir in diesem Jahr richtig Freude an dem Teich. Frischwasser gibt es aus dem Brunnen, soweit etwas drin war. 

Leider sind keine Frösche wieder gekommen. Vielleicht klappt es im nächsten Jahr wieder.

Dieses wollte ich Euch doch mitteilen und sagen: ohne Fleiß keinen Preis. Es lohnt sich, ein Auge auf den Gelbrandkäfer zu haben. In der freien Natur wird er sicher die Gesundheitspolizei sein und so Krankheiten eindämmen, aber im Zierteich, glaube ich, sollte er nicht überhand nehmen. 

Nun wünsche ich Euch einen schönen Herbst und einen nicht zu garstigen Winter für die Natur.

Freue mich über Post von Euch.

Herzlichst Elvira

 

 

Fazit dieses Austausches: Wenn ein Befall von Gelbrandkäfern so arg ist, wie Elvira beschrieb, kann man gewiss nicht tatenlos zusehen. Aber man sollte die Tiere nicht töten, sondern ausquartieren. Und wenn einmal zwei, drei Käfer im Teich auftauchen, sollte man nicht in Panik geraten, sondern davon ausgehen, dass die wahrscheinlich gekommen sind, weil sie im Teich ein bisschen Gesundheits-Dienst machen wollen…

 

Hier eine Aufnahmen von einem Exemplar, das uns im Herbst 2002 besuchte. Zunächst noch im Teich, allerdings nicht so scharf im Foto, wie wir uns das gewünscht hätten.

 

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Auf den folgenden Fotos im Glas, zunächst ohne Wasser und dadurch auf dem Rücken oder von der Seite.

 

 

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Sobald der Käfer wieder Wasser hatte, schwamm er, immerzu versuchend, einen Schlupfwinkel zu finden.

 

 

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Und hier die Larve des Gelbrandkäfers:

 

 

 

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Im Mai 2005 erhielten wir zum Problem in unser Gästebuch einen Eintrag, den wir hierher kopiert haben:

 

Hallo,
beim Suchen nach "Gelbrandkäfer" bin ich auf Eure (edelfeine) Site gestoßen. Mit einem gewissen Ärger musste ich feststellen, dass es Leute gibt, die die erwähnten Käfer vernichten, weil sie ihnen ein paar Fische fressen.
An der Stelle möchte ich nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass Gelbrandkäfer STRENG GESCHÜTZT sind! Wäre gut, wenn Ihr das jenen Schreiberlingen mitteilen könntet; sie machen sich erstens strafbar & demaskieren sich zweitens als arge "Homo Sapiens" im negativen Sinn. Darüber hinaus: Eure Site ist schon gebookmarked! :-))
andy

 

Und einen Tag später von Andy aus München folgende Mail:

 

Hallo Gerhard,
jetzt hab ich sie doch noch gefunden, diese Mailadresse hier. :-) Grade war ich via Yahoo auf Deine Site gestoßen; der Yahoo-Link brachte aber eine Unterseite ohne Frame; daher fand ich die Mailadresse nicht & musste meinen Protest im Gästebuch hinterlassen. Ich hätte lieber gleich gemailt, aber wie gesagt. Der Protest richtet sich gegen einige Naturfrevler, die offenbar Hexenjagden auf Gelbrandkäfer veranstalten & auf Deiner Site darüber berichten. Ich finde, man sollte diese Leute über die Bedeutung des Wortes "Artenschutz" unterrichten....

Zur Site selber: GENIAL! Da bin ich jetzt öfters! Und eine Antwort würde mich freuen.... ;o))
bis dann

andy

PS: ein Auszug aus www.hydro-kosmos.de/winsekt/waskaef3.htm:
Heute gibt es leider Gegenden, in denen bereits seit mehreren Jahren in natürlichen Kleingewässern oder naturnahen Gartenteichen kein Gelbrandkäfer mehr gesichtet wurde (auch in meinem). Die Larven werden bis zu sechs Zentimeter lang, sind gute Schwimmer und ernähren sich, wie die Käfer von kleineren Wasserinsekten,
Kaulquappen, Molchen, Jungfischen, und Aas (tote Fische). Sie sind sozusagen die Gesundheitspolizei in einem Gewässer.  Die Larven liefern sich aber auch mit anderen Gelbrandkäfer-Larven erbitterte Kämpfe, die für die kleineren, unterlegenen Larven manchmal sogar tödlich enden. Wie noch vor wenigen Jahrzehnten die Wölfe unbarmherzig von Schäfern und Bauern verfolgt wurden, werden heute leider Gelbrandkäfer und deren Larven erbittert von Zierfischteichbesitzern bekämpft, denn der schlechte Ruf dichtet ihnen an, dass sie alle Fische anfallen und fressen. Die Tatsache ist jedoch, dass Larven lediglich den einen oder anderen Jungfisch erbeuten.
Größere Fische werden normalerweise nur angefallen, wenn keinerlei anderes Lebendfutter mehr vorhanden ist und wenn diese Fische krank, geschwächt, oder von Parasiten befallen und angefressen sind, was allerdings in kleinen, mit Fischen überbesetzten Gartenteichen, wegen der durchwegs sehr schlechten Wasserqualität in der Regel der Fall ist. Oftmals werden dann auch andere, wesentlich kleinere Wasserkäfer mit dem Gelbrandkäfer verwechselt, oder Großlibellen-Larven werden für Gelbrandkäfer-Larven gehalten und ebenso getötet.

 

 

Fazit dieser Informationen: Gehen wir pfleglich mit Gelbrandkäfern um!

 

 

 

 

Im Juli 2005 gab es über unser Gästebuch eine Anfrage, ob Gelbrandkäfer gefährlich sind. Klicken Sie >hier<.

Im Februar 2007 erhielten wir aus Ludwigshafen eine wichtige Information zum Gelbrandkäfer. Klicken Sie >hier<.

Im Mai 2009 erhielten wir von Manuel Herold eine gewichtige Mail. Klicken Sie >hier<.

 

 

 

 

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