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Die Amsel-Story von Sabine

 

Noch wissen wir nicht, wie die Geschichte ausgehen wird. Aber schon der Anfang ist uns des Festhaltens auf unserer Homepage wert. Weil Sabine nämlich so anteilnehmend zu schildern weiß, was sich auf ihrem Balkon begibt. Zunächst hoffte sie auf ernsthaften Besuch von Kohlmeisen, dann schienen sich Grünfinken anzusiedeln, schließlich und endlich entdeckte eine Amsel die Idylle.

Hier die Einzelheiten:

 

 

 

1. Mail

 

Lieber Herr Ebert,

heute nun endlich wieder einmal eine Nachricht von mir.

Unsere Hoffnung bezüglich des "fertig eingerichteten", jedoch nicht bezogenen Meisenkastens haben wir nun mittlerweile aufgegeben, denn es ließ sich seit langer Zeit niemand mehr blicken. Positiv daran sehen wir, dass die Meisen, die anfangs eifrig am Nestbau waren, wohl wahrscheinlich ein ruhigeres Domizil vorgezogen haben.

Dafür haben wir keine 30 cm vom Meisenkasten entfernt ein Grünfinken-Pärchen, das in den an der Hauswand hochrankenden Efeu eingezogen ist. Oder besser: Wir hoffen, dass sie dort auch wirklich einziehen werden. Noch können wir jedenfalls die Anflüge der Grünfinken mit Nistmaterial im Schnabel beobachten. Leider ist die Stelle, an der das Nest offenbar gebaut wird, jedoch für uns nicht sichtbar. Wir müssten uns sehr weit über die Brüstung lehnen... Und das lassen wir, nicht nur wegen des Vogelbetriebes, sondern auch zur eigenen Sicherheit, lieber bleiben! Sicherlich hören wir es dann in einigen Wochen aus der Efeu-Berankung piepen, und das wäre doch auch etwas, oder?

Ferner beobachten wir weiterhin mind. 2 Amselpärchen, die regelmäßig in die unser Miethaus umgebende Hecke fliegen. Anfangs hatten auch sie noch Nistmaterial in den Schnäbeln, mittlerweile nicht mehr. Das Brutgeschäft ist sicherlich in vollem Gange (auch hier gut gegen neugierige Menschenaugen abgeschirmt).

Vielen Dank, dass Sie "unser" Squirrel in Ihrer Homepage aufgenommen haben! Wir haben uns wirklich sehr gefreut, ein eigenes Bild bei Ihnen zu haben. Schwups, und schon gehen die Gedanken wieder in den vergangenen Urlaub zurück...

Weiterhin viele schöne Erlebnisse (das mit dem 2. Brutgang Ihrer Amsel ist wirklich phantastisch!!!) wünscht Ihnen herzlich

Sabine.

 

 

 

2. Mail

 

Lieber Herr Ebert,

nun werden wir doch noch "Vogel-Eltern"!!!

Was ist passiert? Sie wissen ja, dass die Meisen zwar Sack + Pack in die Nisthöhle schleppten, aber dass ein richtiger Einzug nicht stattfand. Und die kurz erwähnten Grünfinken im Efeu an der Hauswand sehen wir nur ganz, ganz selten im Anflug, da die Stelle für uns nicht gut sichtbar ist.

ABER: Gestern früh ging ich auf meinen mittlerweile üppig blühenden Balkon, um zu schauen, was sich "über Nacht" verändert hat :-). Beim "Kontrollblick" über den Balkon fiel mir viel, viel Blumenerde am Boden in einer Ecke auf. Und beim genaueren Nachforschen war ich sprachlos: Ganz am rechten Ende unseres Balkons, dort wo der Efeu das Ende des letzten Blumenkastens ein wenig überwuchert, hatte jemand begonnen, eine Kuhle auszuheben. Deshalb die ganze Blumenerde am Boden. Und in der Kuhle befanden sich die ersten kleinen Zweige...

Mein Mann und ich mussten nicht lange warten, denn einige Minuten später flog eine Amsel heran (den Schnabel voller Baumaterial) und machte sich zu schaffen. Kaum war sie weg, kam seine Gattin und baute eifrig weiter. So verging der ganze Sonntag und wir konnten 2 oder 3 Male abpassen, um uns mit glänzenden Augen den fortschreitenden Nestbau anzusehen.

Heute früh war das Amselpärchen bereits vor 6.00 Uhr dabei, seine Wohnung weiter auszustaffieren. Und bevor ich zur Arbeit ging, riskierte ich noch einmal einen kurzen Blick, um den Fortgang der Bauarbeiten zu betrachten. Es war unglaublich: Das mittlerweile fast fertige (!!!) Nest ist eine Kuhle, die einen Durchmesser von ca. 12 cm hat und ca. ebenso tief in die Erde eingebaut wurde. Von innen ist alles schön glatt, glänzt feucht und ist sauber verklebt.

Und zu guter Letzt bewaffnete ich mich vor dem Gang zur Arbeit noch einen kurzen Moment mit meiner Kamera (mittlerweile wieder hinter der Scheibe) und bekam tatsächlich die Amsel-Mama mit Baumaterial im Schnabel vor die Linse. Gleich heute Abend werde ich das Bild auf den Rechner schieben und es einmal anschauen. Wenn es so gut gelungen ist, wie ich denke, maile ich es morgen an Sie herüber.

Ja, lieber Herr Ebert, nun soll es doch so sein, dass wir Balkon-Nachwuchs bekommen. Und wir freuen uns sehr darüber und sind sehr aufgeregt. Unser lieber, alter, fast 17jähriger Kater hat seit Entdecken des Nestes gestern früh striktes Balkonverbot und wird nun wohl oder übel die nächsten Wochen ohne Balkongänge verbringen müssen! Wir fragen uns nur: Wie sollen 3 oder 4 später riesige Amsel-Halbstarke in dieses kleine Nest passen???

Viele + herzliche Vogelgrüße sendet Ihnen einmal mehr

Sabine

 

 

 

 

 

3. Mail

 

Lieber Herr Ebert,

hier kommen 2 Bilder: Mama-Amsel mit Baumaterial im Schnabel (gestern früh) und das fertige Amselnest von gestern Nachmittag. Könnten sicherlich etwas schärfer sein, aber wir haben die Kamera noch nicht allzu lange und sind noch am Üben!

Bin gespannt, ob ich heute jemanden auf dem Balkon sehe. Denn gestern Nachmittag nach der Arbeit und auch abends ist niemand zum Nest gekommen. Vielleicht ist das Amselpärchen ja auf "Hochzeitsreise" und es wird einige Tage dauern, bis man es sich bequem macht... Hauptsache, es klappt überhaupt und wird nicht so, wie bei den Meisen. Wir sind sehr gespannt!

Herzliche Grüße, Sabine

 

 

 

4. Mail am 20. Mai 2004:

 

Lieber Herr Ebert,

gestern Abend war das dünne (filigran durchlöcherte Blatt) in die Wölbung des Nestes eingearbeitet. Mit anderen Worten: Es war jemand da.

Heute früh war lange nichts vom Amselpaar zu sehen, aber in den Vormittags-Stunden hielt sich ein Amselpaar fast ununterbrochen im Garten auf. "Unseres"? Ja! Denn plötzlich saß Frau Amsel im Nest.

Ca. 3 Stunden nach Entdeckung machten wir eine Radtour, von der wir soeben zurückkehrten. Unser 1. Blick aufs Nest zeigte uns, dass Frau Amsel ausgeflogen war. Und was sagte unser 2. Blick??? DAS 1. EI LIEGT IM NEST!!!

Meine Güte..., ist das spannend! Schnell die Kamera gezückt, 2 Bilder gemacht, auf den Rechner geladen und an Herrn Ebert schicken. Er freut sich bestimmt genauso sehr wie wir!

Herzliche Grüße vom Himmelfahrtstag-Ei sendet Ihnen (stolz und seeeehr aufgeregt)

Sabine

 

 

 

4. Mail:

 

Lieber Herr Ebert,

ich habe noch eine kurze Frage: Das Ei liegt nun im Nest und ist seit ca. 5 Stunden nicht mehr "besucht" worden. Ist das normal? Oder müsste die Amsel-Mama eigentlich auf dem Ei sitzen und brüten?

Eine kurze Antwort wäre toll!

Herzlichen Gruß, Sabine

 

 

Unsere Antwort:

 

Liebe Frau Benkendorf,

höchstwahrscheinlich kommen morgen noch zwei, drei Eier hinzu. Dann sitzt sie geduldig, und er kommt gelegentlich, um sie zu füttern. Möglicherweise, bei warmen Temperaturen, geht sie auch mal selbst was futtern...

Beste Grüße

Gerhard Ebert

 

 

 

5. Mail:

 

Lieber Herr Ebert,

nach dem Himmelfahrts-Ei folgten gestern und heute die Eier Nummer 2 + 3 (Fotos anbei), jeweils zur gleichen Vormittags-Zeit wie das 1. Ei.

Heute nun zum 1. Mal kam die Amselmama nachmittags in das Nest zu ihren 3 Eiern. Kurz vor dem vor ca. 1,5 Stunden beginnenden Regen machte sie es sich im Nest gemütlich und ist seitdem dort. Wie gesagt ein schlau gewählter Platz --> vor Wind + Regen gut geschützt.

Wir freuen uns sehr!!!

Liebe Grüße sendet Ihnen

Sabine

 

 

 

 

 

6. Mail:

 

Guten Tag lieber Herr Ebert,

das lange Wochenende nähert sich dem Ende, und "wir" haben seit heute Mittag 4 Eier in "unserem" Amselnest. Frau Amsel sitzt seit gestern Nachmittag auf ihren Eiern. Sie lässt sich nicht beim Brüten stören, wenn ich ab und an (alle paar Stunden) für 5-10 Minuten auf den Balkon gehe, um meinem Zigaretten-Laster zu frönen (was ich ausschließlich auf dem Balkon tue!). Allerdings bewahre ich auch immer den "Sicherheitsabstand" von rund 3-4 Metern und bewege mich in absoluter Zeitlupe. Sie hockt still und fast unbeweglich, macht jedoch keinen ängstlichen Eindruck und beobachtet mich unablässig.

Und scheinbar stört es sie auch so wenig, dass sie heute ihr 4. Ei gelegt hat. Seit gestern Nachmittag ist sie nun auch fast ununterbrochen im Nest zu sehen.

Anbei 2 Bilder: "Unsere" 4er-Mannschaft und ein Suchbild mit Frau Amsel.

Herzliche Grüße aus dem april-haften Marienfelde sendet Ihnen

Sabine

 

 

 

Hier vergrößert:

(Genau in der Mitte des Fotos das Auge der Amsel)

 

7. Mail:

 

Wie auch immer: Hier kommt das 5-Eier-Bild, das wir gestern gemacht haben. Und ich finde, die Eier sind schön grün, oder (lach!)?

Einen ganz, ganz herzlichen Gruß mit einem dicken Danke sendet Ihnen

Sabine

 

 

 

8. Mail

 

Neues von den Amseln: Die Dame brütet unentwegt. Gestern Nachmittag schoss ich auf den Balkon, als ich sah, dass sie kurz ausgeflogen war. Meine Hoffnung hat sich bestätigt: Es war zum Glück KEIN 6. Ei im Nest. Denn langsam machen wir uns Sorgen, ob die 5 Küken, die hoffentlich irgendwann schlüpfen werden, a) überhaupt, wenn sie größer werden, Platz im Nest finden und b) ausreichend gefüttert werden können. Denn bei den Amseln in der Hecke ums Haus haben wir ausschließlich die Mama beim Füttern beobachten können. Herr Amsel war nie zu sehen... Und wenn das bei uns auch so wird, dann hat Mama Amsel ja wirklich keine Zeit für Verschnaufpausen!

Immer, wenn ich dann mal kurz auf den Balkon gehe, spreche ich mit ruhiger und gedämpfter Stimme zu Frau Amsel im Nest. Gestern wagte ich das 1. Mal, meine Pflänzchen auf dem Balkon zu wässern. Natürlich nur die, die nicht zu dicht am Nest sind, um das Tier nicht zu verschrecken. Alles in Zeitlupe, alles ganz ruhig, und Frau Amsel blieb ohne Probleme im Nest sitzen. Und wenn ich auf dem Balkon verweile, wenn sie gerade ausgeflogen ist, dauert es nur kurze Minuten, bis ich aus dem gegenüber liegenden Apfelbaum eine leise, kurze Amselstimme vernehme. Wenn ich dann nicht hineingehe, hüpft Frau Amsel aus dem Blätterwald auf einen frei liegenden Ast und meckert leise weiter. Und wenn ich dann nicht gehe, wird etwas lauter gemeckert und bei jedem Ton ein leichter Flügelschlag absolviert. Klar, dass ich spätestens dann ganz, ganz schnell im Zimmer verschwinde! Es ist aber auch nicht so, dass sie fürchterlich laut und panisch meckert und ich sie womöglich verschrecke. Sie ist immer auf ihrem "Abflugplatz" auf gesagtem Ast und auch kurz vor dem Starten. Sie überlegt nur immer, ob sie es sich trauen soll oder nicht. Denn dieses Prozedere haben wir erst 3 oder 4 Mal durchgeführt. Auf jeden Fall fordere ich ihre Geduld nicht heraus und löse mich letztlich immer ganz, ganz schnell in Luft auf, indem ich verschwinde. Und dann habe ich die Tür kaum geschlossen (bin aber auf jeden Fall noch sichtbar hinter der großen Türscheibe), wenn sie schon in gewohnter Fluglinie sicher die Balkonbrüstung anfliegt.

Meine Güte, Gerhard, ist das nicht ein tolles Erlebnis, das wir da täglich miterleben dürfen??? Wir hoffen wirklich jeden Tag, dass keine Feinde das wirklich so gut wie unentdeckbare Nest entdecken und dass alles gut gehen wird. Und da ich mich ja auch mit dem Gedanken beschäftige, dass vielleicht ein Kleines aus dem Nest geschubst wird, hoffe ich natürlich, dass es dann in Richtung Balkon-Inneres fällt, damit wir es wieder zurück setzen können. Darf man in solch einem Fall das Küken überhaupt anfassen? Ich habe immer noch aus Kindheitstagen die Mahnung in Erinnerung: "Fass das Küken nicht an, dann "riechen" die Eltern den Menschen und füttern es nicht mehr weiter! Dann muss es verhungern!" Aber ich merke, dass ich mir schon wieder viel zu viele Sorgen um (un)gelegte Eier mache...

 

 

 

 

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